“Der Bachelor” Jan Kralitschka | (c) RTL / Stefan Gregorowius

Bachelor, catch the millionaire & co

Dating Shows und warum es nicht funktionieren kann !

In den letzten Jahren kommen immer mehr Coupling Shows ins Fernsehen. Egal ob Bachelor oder catch the millionaire – wenn ich durch Zufall mal reinzappe bin ich kurzfristig baff und bleibe meist ein wenig hängen. Mehr aus Neugier denn wirkliches Verständnis für die Sendung, das fehlt mir nämlich bis heute. Was bewegt Frauen, hierbei mitzumachen? Ja klar, die Möglichkeit, ihren Traumprinzen kennen zu lernen. Sagt man halt. Nur geht das aus meiner Sicht schon mal gar nicht in diesem Format. Warum? Das haben mich einige Freundinnen auch gefragt, also hier meine Gedanken dazu.

1) Es wird die ganz ursprüngliche und trotz allem noch immer für die Mehrheit der Frauen UND Männer innerlich tief verankerte Eroberungsreihenfolge umgedreht. Nicht der Mann erobert seine Traumfrau, sondern die Traumfrau kämpft um ihn. Das bringt schon mal die erste Schwierigkeit: denn spätestens wenn die letzte Rose ergattert ist, bleibt plötzlich die Frage: und was hast DU eigentlich dazu getan? Erleichterung – natürlich! Aber das Gefühl, erobert worden zu sein? Fehlanzeige!

Dazu kommt noch der Umstand, dass die Frauen sich in dieser Sendung freiwillig einer Situation aussetzen, die normalerweise in der freien Wildbahn für viele Frauen tabu wäre. Sie stellen sich in die Reihe vieler anderer Frauen, wissen dass irgendwann kurz vor Ende auch Intimitäten ausgetauscht werden usw. Solche Männertypen gibt es ja auch im wirklichen Leben – nur ob sich da auch 20 Frauen wissentlich einen Konkurrenzkampf aussetzen würden oder nicht doch die Mehrheit was besseres zu tun – und verdient! – hat, scheint mir fraglich.

2) Umgekehrt, wie ist es für den Bachelor? Klar scheint es auf den ersten Blick toll zu sein, aus 20 Frauen auswählen zu können. Aus meiner Sicht fehlt gleichzeitig aber die Herausforderung für den Bachelor. Es ist wie fischen in einem Zuchtteich – 100%ige Erfolgsgarantie, eine (mindestens!) beißt sicherlich an. Fühlt sich Mann da noch als Mann?

3) Nicht zu vergessen, dass Zeitdruck besteht und ja schon am ersten Abend nach nur oberflächlichem Eindruck die ersten Teilnehmerinnen wieder heimgeschickt werden müssen. Durch die Zeitvorgabe wird die Möglichkeit des Kennenlernens massiv beschränkt. Das ist schon mal für beide Seiten kein gutes Vorzeichen.

4) Nächster Punkt – die emotionale Ungleichheit. Denn während sich für die Frauen während der 22 Drehtage alles nur um EINEN Mann geht, geht es für den Bachelor 22 Tage lang um VIELE Frauen. Vollkommen logisch, dass hier auf seiten der Frauen schon weit mehr Gefühle entstehen als umgekehrt. Noch dazu wenn man weiß, dass sich Männer und Frauen zwar in den selben 4 Schritten verlieben, aber in unterschiedlicher Reihenfolge.

5) Letzter und dennoch unglaublich wichtiger Punkt: nach Abschluss der Dreharbeiten dürfen sich der Bachelor und seine Auserwählte 3 Monate lang zumindest nicht öffentlich zeigen und nur unter strengster Geheimhaltung sehen. Schließlich darf ja das Ende nicht schon vor Ausstrahlung der Sendung bekannt werden! Das hat in dieser Staffel dazu geführt, dass sich das „Gewinnerpaar“ in den drei Monaten auch nur 3x gesehen hat. Nun mag man meinen, dass wenn man frisch verliebt ist, diese Zeit locker zu überstehen ist mit Telefonaten, romantischen Geheimtreffen oä. Hier schlägt aber der vorige Punkt 4 zu. Denn ER ist ja im Grunde bei Ende der Dreharbeiten noch gar nicht wirklich bei ihr angekommen, denn jetzt würde überhaupt erst die Zeit anfangen, in der er sich auch exklusiv auf sie einlassen kann. Gerade das darf er aber jetzt nicht. Es ist also kein Wunder das in der ersten und zweiten Staffel der Bachelor in beiden Fällen wieder Schluss macht.

Mein Fazit daher:

Mitmachen bei Coupling Shows aus Sportsgeist ist eine super Idee und man erlebt garantiert eine spannende Zeit. 🙂 Aber um die Liebe seines Lebens zu finden ist dieses Format denkbar ungeeignet.

Ich lass mich aber gern überraschen!!!

 

 

 

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Bernhard Noll
30. Januar 2016 0:39

Ich habe lange in der Medienbranche gearbeitet und weiss nur so viel: 1. das Medium (in diesem Fall Fernsehen) muss sich finanzieren, 2. über Werbekunden, 3. die werben nur bei hohen Zuschauerquoten , 4. deshalb wird Programm gemacht, das sich viele ansehen, 5. findige Programmentwick ler haben unsere Liebe zum Voyeurismus entdeckt und deshalb geht es 6. ÜBERHAUPT nicht darum, dass irgend welche Pärchen einander tatsächlich finden. Soweit meine etwas weniger romantische Sicht. Und deshalb bekommen bei den meisten Shows die Teilnehmer ja auch Geld. Daher: als sportliche Betätigung mit psychologischem Hintergrund: super (aber Achtung, im Hintergrund gibt´s immer noch eine Regie). Als Versuchsfeld für ehrlich Emotionales: völlige Fehlanzeige!

Antworten

Egal was man darüber denkt, irgendwie scheint es so, als wäre das ohnehin nur eine Werbeplattform für die Mädls, denn es ist ja schon wieder ein Skandalvideo aufgetaucht von einer der Kandidatinnen !
Also, warum ist das so? Ich find’s ja eh gut, aber warum ist das so?

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    Sabine Weiss
    30. Januar 2016 0:39

    hey mike,
    tja – die werbeplattform gilt ja wohl für beide seiten, schau dir doch die aktuelle staffel der bachelorette an, wo aurelio als teilnehmer auch ne pikante vergangenheit hat. ich denke einfach, dass jedes reality-format entsprechend teilnehmer anlockt. und warum auch nicht – schau dir an, wie sich die umsätze von melanie müller verbessert haben, seit sie im dschungelcamp war! 😆

    Antworten

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