Beziehungsthemen werden selten über den Verstand gelöst ,-)

Die Auflösung des schlechten Gewissens

Harald und Lena sind erst wenige Wochen zusammen und verbringen noch die meiste Zeit zu zweit. Die Freundeskreise sind noch nicht wirklich ertastet, vor allem Lena kennt Haralds Freunde praktisch gar nicht. Beide freuen sich auf das Wochenende, als Harald überraschend eine Einladung für ein Essen unter Freunden am Samstagabend erhält. Intuitiv weiß er, er möchte gerne hingehen, und zwar alleine. Aber wie sagt er es Lena?

Harald fühlt sich in einer Zwickmühle und erzählt Lena, dass die jeweiligen Partner der Freunde nicht eingeladen sind. Lena ist betroffen, so etwas gäbe es in ihrem Freundeskreis nicht. Abgesehen davon, dass Lena es völlig undenkbar und unhöflich findet, kommen ihr auch Zweifel. Mögen seine Freundinnen sie vielleicht nicht? Wieso wollen sie sie einfach nicht kennenlernen? Wie sie es dreht und wendet, die Geschichte kommt ihr komisch vor und so fragt sie immer wieder nach. Irgendwann gibt Harald zu: Ich will dort allein hingehen. Nun ist die Wahrheit zwar am Tisch, aber viel besser ist das aufgrund der Vorgeschichte nun auch nicht mehr.

Schlussendlich geht Harald zu dem Essen, nicht ohne vorher mehrmals fest die Absicht zu bekunden, sicher nicht länger als bis 23h zu bleiben und dann zu Lena zu kommen. Um 23h schickt er Lena dann eine SMS, dass es sicher bis halb eins dauern wird. Lena ist sauer und antwortet nicht mehr. Am nächsten Tag ruft Harald an. Er ist verunsichert und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Sein schlechtes Gewissen ist in jedem Wort zu hören. Er fragt ob Lena ihn sehen will – doch Lena will von seinem schlechten Gewissen nichts wissen und blockt ab.

Vielleicht kennst du solche oder ähnliche Situationen oder warst selbst sogar schon einmal in so einer Zwickmühle. Bert Hellinger sagt, das Gewissen ist dazu da, unsere Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu sichern. Da die meisten von uns mehreren Gruppen angehören, kann es schon mal passieren, dass sich hier die gegenseitigen Interessen im Weg stehen. Wenn es aber im Grunde vorprogrammiert ist, dass solche Situationen immer wieder entstehen (können), was kannst du dann tun?

Was ohnehin auf der Hand liegt, ist in erster Linie sich klar werden, was man in der konkreten Situation möchte – und das dann auch kommunizieren, und zwar so wie es ist.

Wenn du befürchtest, dass es für deinen Partner aus irgendeinem Grund schwierig wird zu akzeptieren, dann verkauf es besser!

Präsentiere nicht nur die – aus Sicht des Anderen – schlechten Nachrichten („Du wirst morgen leider Abend spontan allein bleiben, weil ich mir einen feinen abend mit Freunden mache und dich nicht mitnehme“) sondern bringe auch etwas mit ein, dass es ihm einfacher macht. ZB „ich kann mir vorstellen, dass das für dich vielleicht nicht so fein ist, deshalb habe ich mir gedacht, wir machen dafür am Sonntag XY“.

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Zweitens: nimm es wie ein Mann/eine Frau.

Wenn du alleine weggehen möchtest, ist das vollkommen in Ordnung. Sag es, mach es – und dann steh dazu. Das schlechte Gewissen am nächsten Tag ist das letzte, was dein Partner hören/sehen/spüren möchte. Für sie oder ihn war es vielleicht schon hart genug, mit der bisherigen Situation umzugehen. Dich jetzt klein zu machen und quasi auf Absolution zu warten, ist einfach nicht drin. Du wolltest das – du hast das – leb damit. Das gehört zu deiner Würde, nur so kannst du auch in der Beziehung deine Größe bewahren.

Dein Partner hat sich große Mühe gegeben, mit der Situation umzugehen. Und egal wie gut das gelungen ist – dafür gebührt ihr oder ihm Achtung, das gehört zu ihrer/seiner Würde. Deinen Partner jetzt in die Situation zu bringen, dass er dich dich retten muss, ist keine Lösung. Was du von deinem Partner verlangt hast, musst du jetzt auch nehmen, und zwar ganz und zum vollen Preis.

Drittens: Steh zu deinem Wort

Wenn du dir ausmachst, dass du um 11h gehst, dann geh auch – ob das Essen fertig ist oder nicht. Leere Versprechungen sind Gift für jede Beziehung, zeig dass auf dich Verlass ist. Im Zweifelsfall ist es besser gleich gar nicht solche Vereinbarungen zu treffen und erst für den nächsten Tag etwas zu vereinbaren.
Die gute Lösung liegt in der Zustimmung und in der Annahme. Ich nehme es von dir, zu dem Preis, den es dich gekostet hat. Und ich stimme dem zu, was du von mir genommen hast. Wenn du so willst: Ich gehe zu dem Abendessen und ich weiß, dass dich das viel kostet. Ich nehme das an und achte es. Du gehst zu dem Abendessen und das kostet mich viel – und ich stimme dem zu.

So löst sich das schlechte Gewissen auf. Und so wird die Seele wieder weit.

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