Haben Männer Angst vor starken Frauen?

Kennst du in deinem Umfeld eine starke, selbstbewusste und schöne Frau – oder bist du vielleicht selbst eine davon? Und hast den Eindruck, dass Männer manchmal Angst vor dir haben?

Also ich gestehe – ich zähle mich zu einer von diesen Frauen und einige davon befinden sich auch in meinem persönlichen Umfeld. Und dennoch – oder gerade deshalb? – scheint es gerade beim Kennenlernen gar nicht so einfach zu sein. Wie oft hab ich gesehen, dass ein Mann mich oder meine Freundin beobachtet und sichtlich interessiert ist, sich dann aber einfach nicht traut, den ersten Schritt zu machen? Oder dass zwar der erste Schritt erfolgt aber dann sehr rasch das Interesse erlahmt?

Seitens der Männer erfahren wir logischerweise nur wenig darüber – denn welcher Mann würde schon sagen, dass er Angst vor einer Frau hat? Und weil die Frage auch von meinen Klientinnen immer wieder lautet „ich glaube, die Männer haben Angst vor mir, was soll ich nur tun?“ gehe ich heute mal auf dieses Thema ein.

Im Grunde ist es so, dass Männer durchaus nicht nur auf die „armen Hascherl“ stehen, sondern sehr wohl selbständige, kluge, schöne Frauen wollen. Nur gibt es da einen sehr schmalen Grad zwischen Selbständigkeit und Männlichkeit. Die Aura der großen, starken selbstbewussten Frau wirkt auf den ersten Blick sehr anziehend, wenn dann aber beim näheren Kennenlernen noch immer das allein Geschaffte im Vordergrund steht, dann empfinden Männer unbewusst etwas anderes: Konkurrenz.

Einer meiner Kollegen, der durch diverse E-Books recht bekannt geworden ist in der Pick-Up-Szene, rät in so einer Situation folgendes in seinem Newsletter: Die Frau möge sich von ihrer hilflosen Seite zeigen und dem Mann zB ihr Handy reichen mit der Bitte, ihr doch irgendeine Funktion daran zu erklären, weil sie es nicht verstehe. Und weil von den meisten Männern Hilflosigkeit mit Weiblichkeit gleichgesetzt wird, würde Frau sich mit diesem Trick aus der Konkurrenzfalle begeben. Und wenn sie ihm danach noch mit „du bist mein Held“ dankt, dann ist überhaupt alles im grünen Bereich.
Ich hab dazu ein paar eigene Ideen, würde aber vorher gern eure Meinung dazu wissen:

– Ist das Manipulation und einfach nur weibliche Taktik? 🙂

– Habt ihr diese und ähnliche Strategien schon mal verwendet und wenn ja, mit welchem Erfolg?
Ich bin gespannt!

 

15 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Oh, da fällt mir sofort was dazu ein: warum dem Mann nicht öfter mal sagen, wie toll er ist? Ohne Hintergedanken, sondern einfach Wertschätzung für das, was er mitbringt und für die Dinge, mit denen er mich begeistern kann? Jeder hört so was gerne und wenn ich an die Männer in meinem Umfeld denke, muss ich nicht lange nachdenken, bis mir lauter ehrliche Sachen einfallen – da muss ich mir nichts ausdenken 😉 Und manchmal vergessen starke, selbstbewusste Frauen ihre Weichheit und Bedürftigkeit. Warum sich nicht wieder ein bisschen danach auf die Suche machen?

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bin zwar verheiratet habe aber trotzdem eine Meinung zu diesem Thema..auch ich habe das schon immer wieder gemacht, beim eigenen Mann und natürlich auch bei Bekannten. Der Mann freut sich weil er sich nicht überflüssig vorkommt, weil die Frau eh alles alleine schafft, ich freu mich weil ein anderer die unliebsame Arbeit übernommen hat. Keine Sorge mir bleibt noch genug übrig um mich selbstbewußt und unabhängig zu fühlen.Wenn mir einer beim Kennenlernen ständig nur erzählen würde wie toll, selbständig, stark usw sie/er ist , würde mich das auch nicht gerade anregen.Jeder, ob Mann oder Frau hat seine Stärken und Schwächen,das sollte das Gegenüber auch merken. Es ist nichts schlimmer als das Gefühl, der andere ist einem sowieso immer überlegen. Ich liebe meinen Mann seit 23 Jahren und mir ist noch kein Stein aus der Krone gefallen, wenn ich ihm das Gefühl gebe bestimmte Sachen toller zu können als ich. Auch wenn es vielleicht nicht stimmt 😉

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Also den Tipp sich als Frau zum Hascherl zu machen finde ich nicht so gut. Selbst wenn das anfänglich vielleicht die Hemmschwelle senkt wie lange könnte denn Frau dieses Theater weiterspielen?
Ich denke, dass gerade beim Versuch anzubandeln zu stark die Gedanken der fixierten Marschrichtung dominieren und nicht auf einen Menschen sondern auf eine/n potentielle/n PartnerIn zugesteuert wird. Nicht bestimmtes erwarten sondern abwarten was auf mich zukommt könnte vielleicht Enttäuschungen ersparen und die eigene Flexibilität erweitern. Flexibilität auch der „Augen“ die vielleicht dann den Menschen erspähen der unauffällig in der hinteren Reihe steht und nicht mit alpha Eigenschaften automatisch die Aufmerksamkeit erregt.
Letzter Punkt: mittlerweile habe ich den Eindruck, dass es künftig mehr Frauen mit besserer Ausbildung geben wird als Männer. Naja und solange Männer zu „echten“ Männern erzogen werden sind die Dissonanzen dann vorprogrammiert .

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also, warum muss ich taktieren, um jemanden zu gefallen???? das hat ja nichts mehr mit authentizität zu tun. und verstellen auf ewig geht auch nicht…. macht weder mich, noch mein gegenüber glücklich. denn irgendwann bröckelt die (lügen)fassade und dann ist der „gute“ mann vielleicht auch weg, weil er sich belogen fühlt. ach, da würd mir jetzt noch unmengen einfallen. aber: fakt ist, belogen will niemand werden. wenn ich wem was vormache, dass ich dieses und jenes nicht kann, dann ist das ein vorspielen falschen tatsachen, was einer lüge gleichzustellen ist…. (meiner meinung nach)

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Ziemlich schräg, wenn eine Frau versuchen will, nicht so stark und klug zu wirken, wie sie eigentlich ist. Zum Glück gibt´s ja ihre Kollegin, die versucht, gescheit zu reden obwohl sie ziemlich dumm ist. Und dann gäbe es noch die Fraktion jener, die viel jünger aussehen wollen, als sie eigentlich sind. Die werden dann vielleicht von jenen Männern geheiratet, die vornehm wirken wollen und glauben, dass Niveau eine Hautcreme ist. Könnte es daran liegen, dass wir uns zuviel mit Strategien beschäftigen aber zuwenig mit uns selbst? Und dem, was uns wirklich weiter helfen könnte? Allerdings – und das muss uns klar! – sein: wenn wir alle selber wachsen, wächst die Wirtschaft vermutlich langsamer. Auch wieder blöd. Dann tun wir vielleicht besser weiter so, als wäre alles anders, als es ist? Aber vielleicht findet sich ja eine schöne, starke Frau, die ihre Klugheit dazu nutzt, charmant für mehr Authentizität in ihrem Umfeld zu sorgen. Das wäre doch was!

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Nils Terborg
30. Januar 2016 0:58

Hi Sabine,

das Problem ist glaube ich ein gesellschaftlic hes und das Phänomen nennt sich „Backlash“-Effe kt. Es geht hier um Stereotype:
Frauen können selbstbewusst, dominant und stark sein. Somit entsprechen sie einem Stereotyp, was man als „Aktiver Macher“ bezeichnen könnte. Wenn sie das besetzen, verletzen sie aber gleichzeitig das Stereotyp „Begehrenswerte Frau“, das eher mit Attributen wie Unterwürfigkeit und Schwäche besetzt ist.

Die langfristige Lösung: Wir müssen die Stereotype aufweichen, indem wir sie reflektieren. Und selbstbewusster werden, damit wir Stereotype weniger zur Orientierung und Auswahl unseres Verhaltens brauchen. Dann können wir viel situationsadäqu ater kommunizieren.

Die kurzfristige Lösung: Genau diese Kommunikation jetzt schon anwenden, auch wenn es für starke Frauen oft ein Tanz auf heißen Kohlen ist. Sich total zu verstellen, wie es Bücher wie „Die perfekte Verführering“ oder „Das Uschi-Prinzip“ empfehlen halte ich für nicht sinnvoll, da es uns wieder ein riesiges Stück zurückschmeißt. Und wir müssen uns gut fühlen in dem, was wir tun, wenn wir glücklich sein wollen. Das geht aber nur, wenn wir authentisch handeln, sprich: Die starke Frau muss sich auch irgendwie stark verhalten.

Es bleibt also spannend. Die gute Nachrich: Es gibt tatsächlich auch reflektierte und aufgeklärte Männer, die diese Zusammenhänge durchschauen und auch individuell ausgestaltete Geschlechterrol len mögen 🙂

LG, Nils

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    Hi nils, das ist ja etwas was mein Herz zum Hüpfen bringt….gerade vor ein paar Wochen gehört…du gefällst mir total aber warum bist du nicht Nagelstylistin oder so was …Dein Job und deine Klugheit und Eloquenz machen mir Angst und daher such ich lieber nach dem was ich kenne…tja die Rollen und das womit die Männer umgehen können und das auch in unserem Zeitalter….Danke für deine doch so schöne Sicht auf die Dinge…gern mehr von solchen Gedanken….

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Frauen stehen auf Arschlöcher? Warum das nicht stimmt!
11. Februar 2016 13:04

[…] kann es auch mal kompliziert werden, wenn die Frau sehr selbstbewusst ist und der Mann das so nicht kennt. Aber das ist natürlich auch eine Frage des […]

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Ich finde Susis Ansicht klasse.

Frauen bekommen von ihren Freundinnen oft gesagt : Ohh Süße du siehst aber toll aus usw. ( Ich meine die Ehrliche Komplimente )

Warum sollte einem Mann, ein Ernst gemeintes Komponenten nicht auch gefallen?

So kann man sich auf Augenhöhe begegnen.

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    da bin ich ganz bei dir! 🙂 ehrlich gemeinte komplimente gehen immer – unter freunden, in der familie, in der beziehung, unter kollegen und sogar unter/an fremde! ich bin schon einige male auch zu fremden frauen gegangen und hab ihnen zu ihrem kleid/schuhen/whatever gratuliert. die freude war jedes mal riesig!

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Interessante Fragestellung.
Eins vorweg ich zähle mich u den starken Frauen die oft das Problem haben dass man vor ab schon etwas abgeschreckt ist. Wenn sich dann doch jemand seinen Mut zusammen nahm ging mein averhalten weiter stark voran aber auch mit dem bekanntlich weichen Kern. Den ich zwar nicht innerhalb kurzerzeit entblöße aber durchscheinen lasse. Und zu waren Stärke gehört meiner Ansicht auch seine Schwächen zu kennen und anzuerkennen und damit dann (je nachdem wie gut man sich kennt) auch offen umgehen kann. Also auf die ehrliche wirkliche Art den Mann den Held sein lassen ist für beide Seiten ein Gewinn. Das fängt bei Kleinigkeiten (Rätsel Hilfe was schweres tragen etc) an bis wirklich persönliche Dinge. Das schafft obendrein auch Vertrauen.
Von Spielchen halte ich dagegen nichts. Mann durchschaut das eh früher oder später und ist enttäuscht und verletzt. Wer will selbst schon so behandelt werden? Es wäre nur eine Fassade die ruckzuck bröckelt.

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Ich kann mich meiner Vorgängerin nur anschließen.
Ich zähle mich ebenfalls zu den starken Persönlichkeiten, bin seit 7 Jahren mehr oder weniger single, alleinerziehende Mama und ganztags berufstätig und habe ein erfülltes soziales Leben. Daher muss ich schon per se eigene Entscheidungen treffen können, um nicht unterzugehen. Ich stehe auch dazu, dass ich, um glücklich zu sein, keinen Mann „brauche“ aber ich will einen in meinem Leben.
Das Leben ist zu kurz und ich habe auch keine Kraft eine hilflose Maske aufzusetzen. Es ist verdammt schwer einen Partner auf Augenhöhe zu finden. Aber mich dafür zu verstellen oder Spielchen zu spielen, kommt für mich nicht in Frage. Ich glaube am Ende des Tages kommt es auf die Authentizität an, und damit möchte ich überzeugen….

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Ich glaube nicht, dass es langfristig die richtige Strategie ist, glücklich zu werden als starke Frau. Denn das ist schlicht und ergreifend Manipulation. Mich irritiert ebenso, dass es Menschen gibt, die ausschließen, dass starke Frauen ihren Partnern wertschätzende Komplimente machen. Wieso sollten sie das nicht automatisch tun?

Wenn starke, selbstbewusste Menschen aufeinander treffen und die Absicht haben, Beziehung zu leben, ist meiner Meinung nach nicht die Stärke und Kompetenz der beiden das Problem, sondern der Mangel an Reflexion darüber, was jeder in einer Beziehung will. Oder anders: Wieso gehe ich überhaupt in eine Beziehung? Welche Erwartungen habe ich?

Hört sich sehr rational an, doch über die Jahre wird mir immer klarer, dass wir immer Erwartungen haben und sie mit unseren Handlungen erfüllen wollen. Da sind Beziehungen keine Ausnahme.

Die Krux ist jedoch oft, dass wir wenig Bewusstheit darüber haben, dass es auch andere Bedürfnisse geben kann, die zu einer Beziehung führen, außer das Prinzip „Wir gleichen einander die Schwächen aus“ und der Mythos „Wir lieben uns halt“. Oft gibt es keine „Rollendefinition“ für die Beziehung von starken, ebenbürtigen Partnern. Damit rasen viele solche Paare ganz unverhofft gegen die Wand.

Daher glaube ich, dass es sinnvoller ist, sich zu überlegen, wieso man sich überhaupt eine Beziehung wünscht. Damit lösen sich viele Probleme von alleine.

Liebe Grüße
Claudia

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Warum braucht es für Liebe überhaupt eine Strategie, die dann taktisch möglichst klug umgesetzt wird? Sind wir etwa im Business oder bei einem militärischen Manöver?

Liebe kommt nicht aus dem Kopf. Liebe kommt aus dem Herzen. Und wenn es fürs Herz stimmt, hat der Kopf eh nichts mehr zu melden. Lasst das Herz sprechen und schaltet euren Kopf aus, dann kommt die Richtige oder der Richtige von selbst in euer Leben.

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Mir gefällt der Kommentar von Nils auch sehr gut und stimmt mich sehr positiv! Ich bin von meinen Eltern zu einer sehr selbstbewussten und starken Frau erzogen worden. Sie haben mir von klein auf beigebracht, dass ich gleichwertig bin, wie Männer und mir die Welt offen steht. Kenne es aber gut, dass Kokurrenzspielchen mit Männern, gerade in der Arbeitswelt. Da ich da auch Erfahrungen machen musste mit Reduzierung auf mein Äusseres oder dass ch öfters als dominant bezeichnet wurde (eher abschätzig gemint), da ich einfach ehrgeizig bin und oft sehr gut, in dem, was ich tue und tat (z.b. Referate halten). Da wurde sich öfters mal gewundert, dies von einer Frau zu erleben.Für einen Mann wäre das ja der Karriereöffner, als Frau bekam ich deshalb Jobs schon nicht.. Denke, wie Nils es gut formuliert hat, liegt es halt oft am Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Männer, denke ich. Viele definieren ihre Männlichkeit mit der Überlegenheit gegenüber Frauen. Sei dies nun ein besseres Gehalt, höhere Intelligenz oder Schlagfertigkeit. Ich kann ziemlich taff sein, bin frech und sage, was ich möchte, kann mich durchsetzen und muss nicht von einem Mann gerettet oder beschützt werden. Das schaffe ich ganz alleine. Denke da fängt es an. Mit den Stereotypen genau! Anhand welcher Eigenschaften definiert ein Mann seine Männlichkeit? Ein selbstbewusster Mann, der in sich ruht und auch eben auch mal emotional sein kann und sich seiner Emotionen gewahr ist und darüber sprechen und sie zeigen kann, ist für mich ein begehrenswerter und erwachsener Mann. Und solch ein Mann ist sicherlich auch sehr stolz, eine Frau zu haben, die nicht das arme Huscherl spielt und von ihm abhängig ist. Ich wünsche mir Söhne, dass ich sie zu genau solch selbstbewussten Männern erziehen kann, die sich selbst bewusst sind und starke Frauen ehren und v.a Respekt zollen. Weil sie selbst genau so selbstbewusst sind und ihre Männlichkeit nicht nur anhand von Überlegenheit gg.ü. Frauen definieren, sondern anhand ihrer Stärken als Mensch, als Mann.

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