meine balletschuhe

One Hit Wonder oder Dauerhit?

Vor 2 Wochen ist Silvia Seidel tot aufgefunden worden. Depressionen und Verzweiflung sollen sie in den Selbstmord getrieben haben. Wer sich nicht mehr erinnern kann, Silvia Seidel tanzte sich in der Serie “Anna” 1987 in die Herzen der Menschen. Für mich hatte die Serie damals eine besondere Bedeutung. Ich war 14 und hatte nur kurze Zeit davor nach jahrelangem Training für Ballett, Steppen und Jazz meine Ballettschuhe an den Nagel gehängt und gedacht, ich würde nie wieder tanzen. Aber “Anna” brachte mir die Freude am Tanzen zurück und ich kann mir gar nicht ausdenken, wie mein Leben heute ohne dieser Freude wäre. Der Selbstmord von Silvia Seidel hat mich nachdenklich gemacht.

So schön also die Auswirkungen der Serie “Anna” für mich waren, so schwer waren sie offenbar für Silvia Seidel. Justus Pfaue als der Regisseur erzählte in einem Interview, dass die Schauspielerin bei allen späteren Rollenangeboten immer den Erfolg dieser ersten große Rolle als Maßstab heranzog. “Aber es muss mindestens so gut werden wie Anna!” sei immer ihr Leitsatz gewesen.

Und die Schauspielerin ist damit sicher nicht alleine (gewesen). Nehmen wir einen der besten österreichischen Musiker Falco, der nach seinem Welthit “Amadeus” sich in all den Jahren danach immer wieder an dem Erfolg dieser Hitsingle maß. “Platz 1 in Amerika, das schaff ich nie wieder” sagte er mal in einem Interview.

Der Druck, an frühere Erfolge anzuschließen kann einen manchmal wohl lähmen. Irgendwie erinnert mich das auch an manche Aussagen meiner KlientInnen. “So einen wie ihn finde ich nie wieder” oder “so eine tolle Frau gibt´s kein zweites Mal” oder auch “man kann schon glücklich sein, wenn man einmal im Leben die große Liebe findet” … quasi: und das war´s dann jetzt auch.

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Und dann frag ich mich, wie es zB einer meiner Lieblingsmusikerinnen Tracy Chapman gelungen ist, damit umzugehen. Fast jeder kennt “Sorry” von ihr (heißt eigentlich “Baby can i hold you” – und nicht mal das wissen die meisten 🙂 ) und dann vielleicht noch “Talking bout a revolution”. Danach scheint es relativ still um sie geworden zu sein. Tatsächlich wirft die Musikerin in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Alben auf den Markt und ist 2009 zuletzt auf Tour gegangen.

Wie gelingt das? Wie kann man einen tollen Hit landen und dann nicht an der Angst verzweifeln, dass man zu einem One-Hit-Wonder wird? Wenn ich so drüber nachdenke glaube ich, dass es dafür nur eine Erklärung gibt: man macht Musik, weil es einem selbst Spaß macht und man davon erfüllt ist. Egal ob man große Stadien oder kleine Arenen füllt, ob 50.000 oder 5 Menschen mitsingen.

Und was bedeutet dass dann für die Liebe? Willst du eine Beziehung, weil es sich so gehört? Weil du dann den Erwartungen deiner Familie entsprichst? Weil du nicht alleine sein willst? Welche Erwartungen knüpfst du an die Liebe?

Manchmal höre ich in meiner Praxis Sätze wie “ich bin schon wieder verliebt, aber das fühlt sich ganz anders an als d-a-m-a-l-s” oder “ich hab keine Schmetterlinge im Bauch, das war aber bei XY schon so – dann bin ich wohl doch nicht so verliebt”. Das Fiese ist – es gibt keine Regeln dafür, wie sich Liebe anfühlt. Sie fühlt sich nicht nur für dich ganz anders an als für mich, sie fühlt sich sogar für mich jedes Mal anders an. Jede Trennung verändert uns, wir sind ja auch nicht mehr die selben wie früher. Trotzdem halten wir an diesem Glauben fest und die Fackel der vergangenen Liebe hoch. Nur: wer soll bzw kann schon dem olympischen Feuer gerecht werden?

Andererseits: Wenn es uns gelingt, uns von diesen Vorstellungen zu lösen, wir einfach hinfühlen, mit dem Augenblick gehen und uns aneinander erfreuen, egal wie lang das ist und wir die inneren Sätze “so hat das aber zu sein” einfach mal weglassen … ja dann können wir vielleicht sogar zum Dauerbrenner werden. 🙂

 

“Tanzen ist Lachen mit den Beinen” soll Silvia Seidel einmal gesagt haben. Ich hoffe sie lacht jetzt wieder. Und sag ein leises Danke.

 

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