Haekelumhang

stricken gegen liebeskummer

Irgendwann mal hat mich meine mam gefragt, was ich eigentlich so mit euch bespreche, welche ratschläge ich da gebe um bei liebeskummer zu helfen. also hab ich ihr mal so einen einblick in mein repertoire gegeben, aber meine mam war da ganz pragmatisch. „ich versteh das nicht kind, wenn es mir mal schlecht ging, dann hab ich mich hingesetzt und mein strickzeug genommen. manchmal hat es die halbe nacht gedauert, aber es hat immer geholfen.“

darüber habe ich immer wieder nachgedacht. ich hab ja nie so gerne gestrickt und bin viel eher die häklerin, aber gerade das häkeln hat mir durch wirklich scheiß-dunkle stunden geholfen. ich hab so viel gehäkelt, dass ich eine sehnenscheiden-entzündung davon bekommen habe, aber ich hab selten zuvor so eine innere ruhe gefunden wie beim handarbeiten. wenn ich zu angestrengt, aufgeregt, nervös oder ähnliches war, um ein buch zu lesen oder den zigtausendsen schrottfilm zu sehen. dann hab ich den radio angeschalten, meine häkelsachen genommen und mich hingesetzt. mein erstes projekt war ein riesiger umhang im 70er-jahre stil. ich sag immer, das war mein therapie-projekt. 🙂

warum ich also glaube, dass handarbeiten – egal ob nähen, stricken, häkeln oder ähnliches – eine perfekte therapie ist:

  1. es gibt einem das gefühl, dass man etwas zu tun hat. gerade nach einer trennung scheinen die wände oft enger zu werden und gleichzeitig hat man auch nicht immer die möglichkeit, auszugehen. mit handarbeiten sitzt man nicht einfach nur blöd vorm fernseher rum – man macht etwas.
  2. es ist meistens am anfang eine herausforderung. man zählt anschläge, maschen, reihen etc. ich schau mir wahnsinnig gern youtube-videos an, wenn ich ein neues projekt beginne, weil mir die videos besser helfen als schriftliche anleitungen. weils aber nicht so leicht von der hand flutscht, ist man konzentriert – und das lenkt erfahrungsgemäß zumindest für kurze zeit von kummer, schmerz und trauer ab.
  3. wenn man es dann kann, wird es eine monotone tätigkeit. unfassbar beruhigend. für mich ist häkeln wie meditieren. ich hab zig mal versucht, zu meditieren, da schlaf ich aber ein. wenn ich in einem muster durchgehend 1 stunde arbeite bin ich wie abgetaucht. ein freund von mir hatte einen super vergleich als ich ihm das erzählte, er meinte: „eh klar, häkeln ist wie rosenkranzbeten.“ 🙂
  4. man hat etwas in händen. keine zigaretten, kein weinglas, keine schokolade – und kein handy, um eine sms zu schreiben, die man später doch wieder bereut!
  5. es braucht fast nichts, um damit anzufangen! keinen riesen platz, extra raum oder ähnliches! ein knäuel wolle gibts um 1€ aufwärts und die nadeln kosten auch nicht viel mehr. mit 5€ hast du eine stundenlange therapie finanziert 😉
  6. wir können zu schauen, wie etwas daraus entsteht. das muss nicht perfekt sein, darum gehts gar nicht. aber es hat etwas zu sehen, dass man sich selbst einen schal, eine decke oder ähnliches machen kann. wenn man sonst schon nix im griff hat, wenigstens das klappt. und kann stolz machen!
  7. klar stellt sich irgendwann die frage, wieviele schals oder umhänge man eigentlich brauchen kann. also hab ich zB angefangen, für meine familie und freunde zu häkeln. beim ersten wars mir noch irgendwie unangenehm – es hat irgendwie einen komischen touch, jemanden einen selbstgestrickten schal zu geben. weil es ja irgendwie nichts großes oder teures oder so ist. dann hab ich gesehen, wie sehr sich die menschen darüber freuen. weil es nämlich zeit ist, die drinnen steckt. und zeit die man für jemanden investiert ist auch ein zeichen für liebe.
  8. umgekehrt gehts auch gar nicht darum, unbedingt fertig zu werden. diese woche habe ich einer klientin empfohlen ihrem exfreund einen schal zu stricken. ihren ganzen kummer, trauer, frust und auch wut auf ihren exfreund einarbeiten. sie soll so lang stricken, bis sie über ihn hinweg ist. und dann den schal nehmen und verbrennen. 🙂

es gibt vermutlich noch mehr gründe, warum handarbeiten wirklich eine tolle therapie ist. ich empfehle es immer wieder allen meinen klientInnen, die sich gerade mit liebeskummer und trauerarbeit auseinandersetzen. es ist ein tolles hobby, das nicht dick macht, total beruhigend ist und schönes hervorbringt! 😉

anbei noch ein beispiel: ich hab ein absolutes faible für die 70er. gott sei dank hat meine mam ihre alten hefte aufgehoben und als sie mir diese zeigte, saß meine kleine schwester daneben.

 

der umhang hier hat es ihr total angetan und sie war so richtig „boah“. *g also hab ich mich hingesetzt und das abgewandelt – der umhang wäre zu viel gewesen und auch nicht tragbar. aber ein schal geht immer 😉

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haekelschal

das ergebnis 😉

 

bussis an meine mam + schwester!

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