Hast du dein Los zum Verlieben schon gekauft?

Verlieben als Lottogewinn?

Ich habe ja eine Schwäche für große Männer, dunkelhaarig und ja – ich bin bekennende Bart und Brusthaarliebhaberin. Wenn ich dann auf einem Clubbing so einen Mann sehe und der auch noch tanzen kann, ist es auch schon vorbei mit mir. Die Kombination entspricht im Übrigen eher einem Lottovierer, wenn der Mann auch noch single sein soll einem Lottofünfer. Sagen wir so: es passiert also eher selten.

Wir kommen ins Gespräch und ich bemerke einen irgendwie eigenartigen „Spruch“, den ich nicht näher zuordnen kann. Ich bin irritiert. Bei näherer Nachfrage (und leiserer Umgebung) stellt sich heraus: Gott sei Dank, ein Zugereister aus OÖ – und doch kein Proll. Dialekt also ungewöhnlich, aber nicht peinlich. So weit so gut.

Ein paar Tage später: Der Tanzbär kontaktiert mich auf Facebook und in seinen Profilangaben steht auch der Dienstgeber. Es ist eine große Handelskette und mein erster Gedanke ist: bitte sei kein einfacher Verkäufer. Nicht in deinem Alter, bitte! Es folgt ein Treffen und im nächsten Gespräch finde ich heraus: er ist Abteilungsleiter und hat 10 Mitarbeiter. Der Mann hat Ambitionen! Danke, ich bin beruhigt.

Im Zuge des Kennenlernes erfahre ich, Tanzbär hat kein Auto. Bitte, wie gibt’s denn sowas? Ich wohne am Wienerberg und mein Lebensradius erstreckt sich original von der Vetmed im 22ten über mein zweites Wohnzimmer den Naschmarkt in den 14ten hinaus und wieder rauf zu mir. Ein Leben ohne Auto ist für mich unvorstellbar. Und ein echter Mann braucht ein Auto, oder? Kleiner Rückschlag. Bis ich erfahre, dass Mann ausgerechnet am Naschmarkt wohnt, zu Fuss in seine Filiale spaziert und für seine Lebenssituation einfach kein Auto braucht, dafür aber alle Führerscheine von A bis Z hat. Ich atme auf.

 

In einer ruhigen Gassirunde mit meinem Hund denke ich nach. Das ist schon sehr eigenartig, ich halte mich für sehr reflektiert, aber all diese Dinge sind ganz automatisch beim Kennenlernen abgelaufen. Mir ist durchaus bewusst, dass all die oben geschilderten Punkte mehr als oberflächlich sind – und das passt eigentlich gar nicht zu mir. Keiner der Punkte wäre ein KO-Kriterium für mich gewesen, aufgefallen sind sie mir trotzdem. All diese Dinge, Umstände, Eigenheiten die einen Mensch ausmachen werden offenbar unterschieden in die guten, die einfach in einem Check wohlwollend zu Kenntnis genommen werden. Die „schlechten“ bewirken dagegen sofort ein „Ohje-Gefühl“. Umso dankbarer bin ich dafür, dass die Informationen nacheinander gekommen sind. Alle auf einmal quasi als Eckdaten ohne inhaltliche Ergänzung hätten schon gereicht, um mein Interesse sofort auf Null zu reduzieren.

 

Warum ich mich hier so oute und darüber schreibe? Weil ich schwöre, dass wir alle solche kleinen Hürden eingebaut haben, die uns nicht mal bewusst sind. Wer das Gegenteil behauptet, kennt sich einfach nur nicht gut genug. Und das waren jetzt nur mal ein paar Gedanken aus MEINER Sicht, es kommen ja seine Filter auch noch mal dazu! Es mag allerdings sein, dass Männer in solchen Fragen großzügiger sind. 😉

Wenn ich so drüber nachdenke, grenzt es vielleicht wirklich an ein Wunder, dass man sich verliebt? Und an einen Lottosechser, wenns dann auch noch beidseitig klappt? 🙂

 

 

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Ich bin Sabine und ich freue mich, dass du hier bist! Ich lebe und liebe in Wien und mit dieser Seite biete ich im gesamten deutschsprachigen Raum Hilfe rund um alle Beziehungsthemen, in erster Linie aber zu Liebeskummer. Fühl dich herzlich willkommen hier herumzustöbern und wenn du magst, hinterlasse mir doch gleich hier einen Kommentar! 🙂

Sabine Weiss Herzmut

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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • :-* oh ja!
    Ich hab zwar da andere „No-Go’s“, aber wehe wenn die auftauchen, da ist gleich alles aus … wobei das ja auch u.U. wohlüberlegte Ausschlussgründ e sind, die ein dauerhaftes Miteinander wirklich behindern könnten (z.B. Katzenallergie).

    lG
    Claudia

    Antworten
  • Sabine Weiss
    30. Januar 2016 0:43

    claudia!
    stimmt natürlich! mir war auch immer klar zB, dass mein mann mit hunden (oder zumindest meinem hund :)) gut klar kommen muss und eine allergie oder antipathie ein echtes problem wäre.

    klar hab ich solche überlegungen auch ganz bewusst im kopf, ich war aber auch selber ganz schön überrascht, was so alles noch unter der decke steckt 😆

    Antworten
  • Hi! Die Geschichte hat mich jetzt sofort an ein Erlebnis vor einigen Jahren erinnert. Eine meiner besten Freundinnen lernt einen coolen Amerikaner um die 35 kennen. Er studiert seit ewig, lebt in den Tag hinein und hat schon die halbe Welt gesehen. Aufregend. Aber er kann sich kaum die Kinokarten leisten. Woraufhin sie zu mir meint: Bin ich zu oberflächlich oder ist es zu viel verlangt, wenn ich mir von meinem Freund erwarte, dass er sich zumindest einen Urlaub leisten kann? Aber er ist doch so lässig. Seufz. Wir sitzen anschließend auf einem Event, tolles Essen & Champagner. Neben uns der Besitzer eines Eissalons und sehr interessiert an meiner Freundin. Sie dreht sich zu mir und meint leise: ICH SEHE MICH SCHON IN EIS BADEN! und im Nachsatz: Will ich wirklich auf all das verzichten und deutet auf ihren Champaner und den Antipastiteller . Sie hat den ewigen Studenten dann nicht mehr getroffen. Und ist jetzt mit einem tollen Mann verheiratet, der sich seinen Urlaub leisten kann…

    Antworten
  • Ja. Wirklich schrecklich oberflächlich. Und es bezeugt, dass online Dating Profile mit eben diesen und anderen Kriterien direkt zum Scheitern verurteilt sind, forcieren sie doch sofort genau jene fast unmenschliche, jedoch zumindest Annäherung entmöglichende Wählerischkeit („pickyness“). Michael Mary hat dazu einen wie ich finde ziemlich guten Singleratgeber geschrieben, in dem er zu Neugierde und Staunen beim Kennenlernen rät. Aber du verfolgst vermutlich ein anderes Ziel.

    Antworten
  • Seit ich mit einem Mann mit ausgeprägten Alkohol- und Drogenproblemen zusammen war, ist es mir sehr wichtig, dass mein Partner zumindest einen gültigen Führerschein hat.
    Weitere kommt für mich kein Mann in Frage, der überhaupt kein Handy hat (hatte ich letztens) oder auf seinem Handy so gut wie gar nicht erreichbar ist. Denn auch so einen hatte ich schon. Und im Nachhinein denke ich, dass sowas ein deutliches Symptom für Bindungsangst bzw. Emotionale Unverfügbarkeit ist. Dass ich vor Jahren aus lauter emotionaler Bedürftigkeit mal groszügig darüber hinweggesehen hatte, hat mich sehr viel Leid und Tränen gekostet.
    Ich war über 10 Jahre mit meinem Exehemann zusammen und davon 5 Jahre verheiratet. Nach der Trennung hatte ich ich kein Glück mit den neuen Partnern. Aber das lag wohl auch daran, dass ich mich für die falschen entschied und bei denen gravierende Red Flags ignorierte, während ich Männer abblitzen ließ, die im Machhinein betrachtet, vielleicht sehr gut zu mir gepasst hätten.
    Vermutlich habe ich durch meinen schwierigen Vater und auch Bruder eine passive Bindungsangst, welche sich durch negative Erfahrungen in z.T. extrem toxischen Beziehungen noch erheblich verschlimmerte. Meine letzte Beziehung war von allen die mit Abstand toxischste. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb kämpfe ich noch heute mit Sucht nach ihm und habe mit mittlerweile sicher mehr als 30 Wechsel zwischen On und Off in 2,5 Jahren. Ich bin jetzt fast 50 aber wirke wesentlich jünger und fühle mich auch mehr zu jüngeren Männern hingezogen. Aber vielleicht liegt es sich daran, dass zumindest die letzten 3 Partner, welche alle zwischen 2 und 10 Jahren jünger waren, in der Beziehung mit mir die Probleme mit ihrer Mutter auf mich projizieren.
    Sollte ich je wieder die Chance auf eine Beziehung mit einem Mann bekommen, den ich attraktiv finde, werde ich sehr darauf achten, wie seine Beziehung zu seiner Mutter ist bzw. war. Wenn diese schlecht war, muss ich es mir gründlich überlegen, ob ich mich emotional auf ihn einlasse; sofern ich das überhaupt steuern kann.

    Antworten

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