Über wahre Männer – und wahre Frauen

Liebe alle, heute ein „Schmankerl“ für euch. Immer wieder habe ich Frauen bei mir in der Praxis, die mit der Frage konfrontiert sind, dass Männer angeblich Angst vor ihnen haben. Diesen Frauen wurde eingeredet, dass sie zu viel sind, zu viel wollen, zu laut sind und was weiß ich was noch alles. Ich habe ja auch schon mal einen einleitenden Artikel dazu geschrieben. Ich persönlich bin ja der Meinung, es gibt keine „zu starke“ Frau, aber genauso wie bei den Männern gibt es auch bei den Frauen sogenannte „Blender“. Deshalb habe ich Anchu als Männertrainer doch mal um seine Meinung dazu gebeten. Was dabei rauskommt, lest ihr hier!

Sabine hat vor einiger Zeit einen Artikel bei mir kommentiert. In dem Artikel erkläre ich, dass heutzutage viele Männer den Kontakt zu ihrer eigenen Männlichkeit verloren haben. Ihnen fehlt es an Integrität. In ihrem Kommentar meinte Sabine, dass sie das ähnlich sieht, doch dass es schwierig ist, einen echten Mann von einem Arsch zu unterscheiden. Auch schrieb sie, dass der Grad für Frauen zwischen sich emotional öffnen und Abhängigkeit schmal ist.

Dem kann ich nur zustimmen. Es ist weder für Männer noch für Frauen einfach. Das, was jedoch bei beiden den Unterschied macht, ist emotionale Abhängigkeit bzw. emotionale Unabhängigkeit.

Vereinfacht erklärt ist emotionale Abhängigkeit das Bedürfnis von anderen Menschen Bestätigung, Anerkennung, Zuneigung und Liebe zu bekommen. Verstehe mich nicht falsch. So gut wie jeder Mensch wünscht sich diese Dinge, jedoch gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen wünschen und brauchen.

Häufig führt emotionale Abhängigkeit zu der Überzeugung, dass uns ein Partner glücklich machen kann oder sogar muss.

„Ich wäre vollkommen zufrieden, wenn ich doch nur den richtigen Partner finde.“

Die Realität funktioniert jedoch häufig genau andersherum: In dem du zufrieden bist, wirst du den richtigen Partner anziehen.

Ich bin der Meinung, dass emotionale Abhängigkeit Männer wie auch Frauen betrifft, auch wenn die Ausprägung etwas anders ist.

Bei Männern führt emotionale Abhängigkeit dazu, dass sie Frauen unbedingt gefallen wollen. Einige Männer sind dadurch zu Frauen besonders nett. Das ist dann der klassische Nice Guy. Jedoch ist er nicht nett, um nett zu sein, sondern nett, weil er sich dadurch die Hingabe der Frau erwartet. Er ist letztendlich manipulativ. Andere Männer versuchen Frauen zu gefallen, in dem sie zum Macho werden. Sie versuchen ihr Glück, in dem sie sich stereotypisch männlich, hart und unabhängig verhalten. Diese Letzteren haben schon eher Erfolg bei Frauen, weil sie häufig eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlen und zu ihrer Sexualität stehen. Doch auch sie haben weniger Erfolg bei Frauen als viele denken, da sie häufig auf Konfrontationskurs sind. Vor allem sind sie meistens unfähig zu ihren Gefühlen zu stehen und mit den Gefühlen eine Frau umzugehen.

Während sich ein emotional abhängiger Mann häufig schwer tut, eine Frau kennenzulernen und mit ihr im Bett zu landen, ist das bei emotional abhängigen Frauen etwas anders. Frauen haben eine größere sexuelle Auswahl als Männer, auch wenn sie sich darüber oft nicht bewusst sind oder es für sie nicht von Bedeutung ist. Geht es nur im Sex, werden sie immer einen Mann finden, der sich dazu bereit erklärt.

Doch während sich der abhängige Mann schwer tut, eine Frau überhaupt kennenzulernen, tun sich viele emotional abhängige Frauen schwer, einen Mann zu halten. Und hier liegt der Unterschied. Dem abhängigen Mann laufen die Frauen häufig vor dem Sex weg, den abhängigen Frauen die Männer danach.

Die Ursache dafür ist nicht, dass die Frauen weich sind oder sich emotional öffnen, sondern dass sie viel zu sehr klammern und häufig emotionale Erwartungen haben. Bei manchen Frauen scheint es so, dass sie sich nicht nach der Liebe und Zuneigung von einem bestimmten Mann sehen, sondern nur nach dem Gefühl von Liebe und Zuneigung. Und das ist ein großer Unterschied.

Auch ich kenne solche Frauen. Ich war schon mit Frauen im Bett, die schon nach dem ersten Sex extrem klammerten und mir keine Luft zum Atmen liesen, obwohl wir uns kaum kannten. Sie wollten nicht meine Liebe oder Zuneigung, sondern nur Liebe und Zuneigung. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu gehen. Ich habe kein Problem mit Intimität, Nähe und Gefühlen, doch man kann diese nicht erzwingen. Diese Dinge müssen sich entwickeln, gedeihen lassen wie eine Pflanze. Doch das ist kaum möglich, wenn jemand klammert, etwas um jeden Preis erzwingen will und einem fas Gefühl gibt, ihn unbedingt zu brauchen.

Das Problem, dass viele emotional abhängige Männer wie Frauen teilen, ist das sie nicht zu ihren eigenen Bedürfnissen stehen und nicht Nein sagen können. Viele Männer verbiegen sich für Frauen und verhalten sich so, wie sie glauben, dass es der Frau gefallen könnte. Viele Frauen jammern, dass Männer nur mit ihnen Spielen. Beide haben sie gemeinsam, dass sie nicht zu sich und ihren Bedürfnissen stehen, es aber von ihrem Gegenüber erwarten.

Viele emotional abhängige Männer unterdrücken ihre Sexualität und wundern sich dann, dass sie Frauen nur als besten Freund sehen.

Viele emotional abhängige Frauen sind enttäuscht, weil sie der Mann nicht respektiert, jedoch respektieren sie sich selbst nicht.

Das Gegenteil von emotional abhängigen Menschen, sind emotional unabhängige Menschen. Menschen, die ihre Zufriedenheit, ihr Selbstbild und ihre Wertschätzung nicht von den Reaktionen anderer abhängig machen. Menschen, die zu dem was sie Denken und Fühlen stehen. Menschen, die sich nicht verbiegen, um anderen zu gefallen. Menschen, die fähig sind, Gefühle zuzulassen und zu zeigen, ohne die Erwartung, der andere müsste jetzt das Gleiche tun.

Ein „Ich liebe dich“ ohne die Erwartung, dass der Partner das Gleiche sagt, ist ein Ausdruck von Liebe. Ein „Ich liebe dich“ mit der Erwartung, dass der Partner das Gleiche sagt, ist emotionale Abhängigkeit.

Um Sabines Frage zu beantworten: Der Unterschied zwischen einem wahren Mann und einem Poser ist für mich der, dass der wahre Mann emotional nicht abhängig ist und zu sich, seine Ansichten und Gefühlen steht. Doch dasselbe trifft auch auf Frauen zu.

Anchu Kögl ist Autor, Unternehmer und Weltreisender. Er schreibt über die Bedeutung von Männlichkeit – beim Sex, im Umgang mit Frauen und vor allem auch im Umgang mit dir selbst. Du erfährst mehr auf seinem Blog: anchukoegl.com

 

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